Hören und Verstehen sind zwei verschiedene Dinge. Es kann zum Beispiel sein, dass Geräusche und Sprache zwar im Ohr ankommen, es aber trotzdem schwer fällt, einem Gespräch zu folgen oder das Gehörte richtig einzuordnen. Das ist der Punkt, an dem die Hörtherapie bei Hörstil ansetzt. Wir schauen uns an, wie Informationen von Ihrem Gehör verarbeitet werden und trainieren gezielt die Bereiche, in denen Unterstützung hilfreich und sinnvoll ist.
Im Familienalltag mehrere Stimmen auseinanderhalten, dem Gespräch im Restaurant folgen oder bei der Arbeit trotz Geräuschkulisse konzentriert zuhören können: Viele Menschen hören zwar, empfinden das Verstehen aber dennoch als sehr anstrengend.
Unser Gehirn hat die Aufgabe, aus dem, was die Ohren aufnehmen, die für uns wichtigen Informationen herauszufiltern und richtig einzuordnen. Dieser Prozess der Verarbeitung lässt sich trainieren. Bei Hörstil schauen wir deshalb genauer hin: Wo genau liegen die Herausforderungen? Welche Funktionen sind betroffen? Und welches Hörtraining passt dazu?
Wer über längere Zeit schlechter gehört hat, gewöhnt sich an diesen Zustand. Werden plötzlich Geräusche und Sprache durch ein Hörsystem wieder deutlicher wahrgenommen, ist das nicht nur ungewohnt, sondern kann sogar anstrengend sein. Das Hörstil-Hörtraining unterstützt das Gehirn dabei, diese intensiveren Höreindrücke besser zu verarbeiten.
Mit einem Hörsystem verbessert sich meist das hören. Trotzdem kann es schwerfallen, Umgebungsgeräusche, Stimmen oder andere geräuschvolle Situationen gut einzusortieren. Den Umgang mit solchen Herausforderungen lässt sich mit gezieltem Hörtraining üben und das Erleben in solchen Situation verbessern.
Ein Tinnitus kann soviel Aufmerksamkeit binden, das andere Höreindrücke mehr und mehr in den Hintergrund geraten. In der Hörtherapie arbeiten wir daran, die Wahrnehmung wieder stärker auf die Geräuschvielfalt der Umgebung zu richten. Ziel ist ein bewusster und veränderter Umgang mit dem Ohrgeräusch und damit auch eine Entlastung im Alltag.
Wenn Alltagsgeräusche viel zu laut oder unangenehm erscheinen, kann eine Geräuschüberempfindlichkeit vorliegen. Die Hörtherapie unterstützt dabei gezielt, die Wahrnehmung zu trainieren. So kann Schritt für Schritt wieder mehr Sicherheit im Umgang mit alltäglichen Geräuschen entstehen.
Bei einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) kann das Gehör grundsätzlich funktionieren, aber trotzdem schwerfallen, das Gehörte richtig zu verarbeiten. Kinder und Erwachsene können gleichermaßen betroffen sein. Wir testen und prüfen verschiedene Bereiche der zentralen Hörverarbeitung und fokussieren das Training gezielt auf die Funktionen, bei den Schwierigkeiten bestehen.
Hörtherapie setzt dort an, wo Hören allein nicht ausreicht. Abhängig davon, wo im Alltag Schwierigkeiten auftauchen, werden nach vorheriger Überprüfung der Hörverarbeitung, genau diese Bereiche gezielt trainiert.
Mögliche Ziele sind:
Je nach Schwierigkeiten und Testergebnissen wird das Training auf Ihre persönliche Situation abgestimmt und gemeinsam mit uns sowie zum Teil zu Hause durchgeführt. Wir begleiten während dieser Zeit die Entwicklung und überprüfen gemeinsam, was sich verändert.
Hören beschreibt den Vorgang, bei dem Schallwellen vom Ohr aufgenommen werden. Im Unterschied dazu ist das Verstehen der Prozess, in dem unser Gehirn anschließend das Gehörte erkennt, unterscheidet und einordnet. Genau diese Verarbeitung kann Schwierigkeiten bereiten, obwohl das eigentliche Hören funktioniert.
Nein. Hörtherapie kann gleichermaßen bei Tinnitus, Hyperakusis, Hörentwöhnung oder einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung sinnvoll und unterstützend sein. Entscheidend ist, welche Schwierigkeiten beim Hören und Verstehen bestehen.
Nein. Ein Hörtraining ersetzt bei einer Hörminderung nicht das Hörsystem. Es kann die Versorgung aber sinnvoll ergänzen, weil das Gehirn lernen muss, die wiedergewonnenen Höreindrücke zu verarbeiten und für das Verstehen zu nutzen.
Das hängt von der jeweiligen Fragestellung und dem Trainingsprogramm ab. Nach einer individuellen Einschätzung legen wir fest, welche Bereiche trainiert werden und ob bzw. welche Übungen zu Hause sinnvoll sind. Regelmäßiges Üben ist wichtig, damit sich die Hörverarbeitung an neue Anforderungen anpassen kann.
Bei chronischem Tinnitus kann Hörtherapie dabei unterstützen, die Aufmerksamkeit wieder stärker auf andere Geräusche zu lenken und die eigene Wahrnehmung zu verändern. Ob diese Form des Trainings für Sie geeignet ist, klären wir individuell.
Ja. Hörstil bietet Hörtraining auch für Kinder mit einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen an. Dabei werden zunächst die zentralen Hörfunktionen überprüft. Anschließend kann gezielt in den Bereichen trainiert werden, in denen Schwierigkeiten festgestellt wurden.
Eine Hörtherapie kann dann für Sie sinnvoll sein, wenn Sie zwar hören, Gespräche aber trotzdem schwer verstehen, Geräusche zunehmend anstrengend sind oder Sie trotz Hörsystem in bestimmten Situationen Schwierigkeiten haben. In dem Fall sprechen Sie uns an. Gemeinsam können wir herausfinden, ob Hörtherapie für Sie sinnvoll ist.